Bevor wir zu einem Arbeitseinsatz aufbrachen, wollten wir herausfinden, wo er wirklich gebraucht wird. Aktivistinnen und Aktivisten haben mehr als 18 sowjetische Kriegsgräber in ganz Österreich überprüft – in Bruck an der Leitha, Kaprun, Dürnstein, Purkersdorf, Sankt Pölten, Mödling, Kaisersteinbruch, Weiz, Leoben, Bruck an der Mur, Altlengbach und in Wien selbst: in Kalksburg, Rodaun, Aspern, Jedlesee und Stammersdorf.
Die Nachricht war erfreulich: Die meisten Gräber sind in gutem oder zufriedenstellendem Zustand, die örtlichen Gemeinden kümmern sich um sie. Die Ausnahme war Hinterbrühl – ein Ort bei Wien.

Moos, Rost und gemähter Rasen
Einfriedung und Denkmal waren verwahrlost: Moos, das sich in zehn Jahren angesetzt hatte, Rost, stellenweise beschädigte Elemente. Dem Zustand nach zu schließen, beschränkte sich die Pflege hier auf das Rasenmähen.
Am 11. April 2026, zum Tag der Befreiung Wiens und zum Internationalen Tag der Befreiung der Häftlinge der nationalsozialistischen Konzentrationslager, sind wir mit Werkzeug hierhergekommen. Wir haben Einfriedung und Denkmal gereinigt, die beschädigten Stellen wiederhergestellt und einen Kranz und Blumen niedergelegt.


Ein unterirdisches Werk und 600 Häftlinge
Nach den Aufräumarbeiten fuhren wir zum Denkmal auf dem Gelände des Konzentrationslagers in Hinterbrühl. 1943–1945 errichteten die Nationalsozialisten hier eine unterirdische Produktion für die Luftfahrt – unter anderem für den Düsenjäger Heinkel He 162. Wir gedachten der bis zu 600 Häftlinge.
Am Denkmal gab es keine einzige Inschrift und keine einzige Niederlegung in russischer Sprache. Diese Lücke haben wir geschlossen – mit einem Kranz des „Unsterblichen Regiments“.


Die Teilnehmer des Arbeitseinsatzes, Hinterbrühl, 11. April 2026Erinnerung lebt nicht von selbst – sie braucht Pflege. Die Erinnerung soll bleiben!

